Feeds:
Posts
Comments

Archive for the ‘07 Thailand’ Category

Durch den Nordosten Thailands und den bergigen Norden Laos’ nach Vietnam

Rainers Land – Der Nordosten Thailands

Wir fliegen nur so dahin. Der nordoestliche Teil Thailands ist flach und nicht gerade wohlhabend. Genau aus diesem Grunde, gehen viele der jungen und nicht mehr ganz so jungen Frauen in die Touristen-Hochburg Pattaya, zum Frisieren, Massieren, Putzen, Verkaufen und Angeln. Hat dann endlich einer der betagten weissen Herren angebissen, geht es mit ihm und seinem Geld zurueck in die Heimat – seine oder ihre.

So kommt es, dass wir auf unserer sonst recht unaufregenden Fahrt entlang des Mekongs immer wieder auf nette Herren mit Bauchansatz (oder etwas mehr) und graumeliertem Haar (oder etwas weniger) treffen. Unter ihnen der Deutsche, Rainer. Seine Frau serviert uns im eigenen „Deutschen Restaurant“ einen fantastischen Teller Bratkartoffeln, Spiegelei und Weisskrautsalat, waehrend er uns ueber das Leben in dieser Ecke der Welt und deren Bewohner aufklaert:

„…Ich empfange auf meinem Fernseher 21 deutsche Sender, und damit meine ich nicht die Deutsche Welle, nee, RTL, PRO 7 und so. Ohne die waere ich schon laengst weg hier…“

„…Unter den Deutschen hier, dass kannst du vergessen. Nur Neid und Zank…“

„…Tagsueber ist auf dem Fluss (Mekong) ja nix los. Aber nachts, da mussde mal guggen – da geht die Post ab. Drogenhandel und so. Kommt alles von Laos rueber…“

„…Letztens waren wir essen, unten am Mekong. Da strandete eine schwarze Muelltuete am Restaurant. Die Leute haben damit rumgespielt und reingestochert. Was drin war? Ein Farang. (Ein Weisser.)…“

„…Hier, unser Nachbar hat ne illegale Spielhoelle im Haus – die Polizei kassiert monatlich 50.000 Baht. Dafuer passiert dann auch nix…“ (rund 1250 Euro)

„…Thais? Die egoistischsten Leute die ich kenne. Und faul sind die. Zum Wegrennen. 5 Jahre bin ich nun hier – Sachen koennt ich erzaehlen, da schlackerste mit den Ohren…“

Wir geniessen unsere letzten Tage in Thailand, vor allem noch einmal das grossartige Essen und die unaufgeregte Atmosphaere in diesem touristisch vernachlaessigten und wohl auch weniger interessanten Teil des Landes. Der Mekong fliesst traege dahin, der Wasserstand ist niedrig und im fruchtbaren Uferschlamm entstehen gruenende Gaerten und Tabakfelder. Es wird merklich kuehler und die Sandalen-Tage sind nun auch fuer uns langsam vorbei.

Durch beruehrte, unberuehrte und beruehrende Gegenden in Laos‘ Norden

Ueber die Freundschaftsbruecke I ueberqueren wir den Mekong in Richtung Laos. Die Bruecke ist fuer motorisierte und unmotorisierte Zweiraeder offiziell gesperrt, aber eine Alternative gibt es nicht. So werden wir einfach durchgewunken und hinter uns die Bruecke gesperrt, bis wir die andere Seite sicher erreicht haben. Rote Fahnen mit Hammer und Sichel, Schueler in Uniformen, mit Kaeppi und roten oder blauen Halstuechern empfangen uns in der Hauptstadt Vientiane. Vor allem aber vollkommene Orientierungslosigkeit. Geschlagene zwei Stunden irren wir umher, bis wir ein preislich annehmbares Gasthaus finden und uns einrichten koennen.

Es weihnachtet sehr. Und wie laesst sich das Fest weit entfernt der Heimat am ertraeglichsten gestalten? Wir haben das Glueck, auf die beiden Dresdner Radler Kerstin und Jens, und den St. Galler Velohelden Andi zu stossen, mit denen wir zusammen ein paar sehr ruhige Tage lang nichts machen… Die drei sind vor einigen Monaten in ihrer jeweiligen Heimat losgefahren, und nun kreuzen sich auch unsere Wege. Wieder einmal zeigt es sich, dass der von uns eingeschlagene Weg, in die Gegenrichtung, so verkehrt nicht ist: Die Drei wollen das Gesamtgewicht ihrer Bikes reduzieren und somit kommen wir wieder einmal in den Genuss warmer Jacken, Muetzen, nicht mehr ganz frischer, aber dicker Socken, Handschuhe, einer Thermoskanne und nuetzlichen Kartenmaterials. Soviel zu den Geschenken, dachten wir. Aber es sollte noch besser werden! Wider aller Geruechte und Behauptungen gab uns die Chinesische Botschaft ohne viel Federlesens ein 3 Monate gueltiges Visum fuer China!!! Formular ausfuellen, ein Foto draufkleben, 1, 3 oder 6 Monate ankreuzen, 4 Tage warten, 32 US-Dollar pro Nase berappen und fertsch! Ha, so faellt uns ein Stein vom Herzen, brauchen wir uns nun in China nicht mit Verlaengerungen und einem noch knapperen Zeitplan herumschlagen… Ohh, du froehliche!!!

Weiter gehts Richtung Vang Vieng, einer der wohl zu Recht verschriensten Ansammlungen lebenslustiger junger Menschen im ewigen „Spring Break“-Fieber. Mehr oder weniger entspannt lehnen wir uns zurueck und beobachten amuesiert und entsetzt zugleich das Treiben um uns herum, erfreuen uns aber dennoch der reichlichen Auswahl an guenstigem, leckerem Essen, des guten Lao-Bieres und der spartanischen Bambushuette vor fantastischer Bergkulisse. Jedem das Seine. Am Silvesterabend sitzen wir mit den Maennern der laotischen Bungalow-Besitzerfamilie, einem deutschen Heavy-Metal-Freak, und einem ebenso deutschen Liedermacher mit seiner Gitarre und selbstgebranntem LaoLao (Reiswhisky) ums Lagerfeuer und lassen die Gedanken schweifen… Ein neues Jahr voller Bewegung, Begegnungen und Ungewissheiten lockt!

Doch erstmal heisst es, Termine einzuhalten. Wir sind mit Gabriel und Kyoko in Luang Prabang verabredet.  Der Weg dorthin ist nicht steinig, aber steil. Ploetzlich finden wir uns auf schweisstreibenden Anstiegen wieder – absurder Weise hatten wir uns regelrecht darauf gefreut. Nun duerfen wir bis zu 2000 Hoehenmeter pro Tag in Angriff nehmen, dafuer aber auch beeindruckende Aussichten geniessen. Das laesst erahnen, was uns in den naechsten Monaten so bevor steht – stundenlanges Bergauffahren, nur um in wenigen Minuten die Hoehenmeter wieder zunichte zu machen.

Entlang der Strasse faedeln sich staubige Berdoerfer mit Bambushuetten, kleinen Schweinchen, einer Unmenge an Hunden und armlich gekleideten Menschen, die vor kleinen Feuerstellen hocken, Waesche waschen, Matten flechten oder kochen, auf. Die Kinder strahlen uns mit einem unglaublich herzerwaermenden Laecheln an, winken und rufen „Sabaidii“ (Hallo) oder „Falang, Falang“ (Weisser Auslaender).

Immer wieder stossen wir auf Familien, die auf den steilen Haengen, Teile des riesigen Schilfrohrs ernten, welches hier wie Unkraut wuchert. Dies wird direkt am Strassenrand weiterverarbeitet – die Samen ausgeklopft und die Bueschel zum Trocknen ausgelegt. Danach bringt ein Kilo-Buendel umgerechnet 50 Cent. Ein junger Mann schafft rund 8 Kilo am Tag. Aehnlich Flachs oder Hanf wird dieser Rohstoff in Vietnam und Thailand zu Textilien weiter verarbeitet.

Nie haben wir soviele Radler getroffen wie in den letzten beiden Wochen. Ganze Gruppen werden hier von Guides ueber die Berge getrieben, die meisten allerdings sind ganz individuell unterwegs, das bezaubernde Laos mit seinen netten Bewohnern zu erradeln…

Umso hoeher wir kommen, desto kaelter wird es. So freuen wir uns riesig, eines Abends eine warme Quelle am Rande der Strasse zu finden. Wir machen Halt und lassen uns neben den Dorfbewohnern ins wohlig warme Wasser gleiten…

In Luang Prabang stossen wir schliesslich, mittlerweile zum fuenften Mal, auf Gabriel und Kyoko – gerade rechtzeitig, um in Gabs Geburtstag reinfeiern zu koennen. Am naechsten Tag kommen noch Astrid und Mewes aus Erfurt und Wolfgang aus Muenchen hinzu, alle drei auf dem Rad-Weg von Daheim in die Welt.

Das herausgeputzte und recht beschaulich wirkende Staedtchen bietet uns fuer ganze 8 Tage Unterschlupf, Nahrung und eine lustige Zeit mit unseren beiden Freunden. Letzten Endes muessen wir allerdings weiter. Da hilft alles nichts. Auch kein Durchfall. Die Zeit verrinnt unaufhaltsam und das Visum laeuft langsam aus. Die naechsten drei Tage verbringen wir nun zu viert in den Saetteln, bis sich unsere Wege in Oudomxai schliesslich wieder trennen – die Beiden radeln weiter nach China, wir waehlen den Umweg ueber das uns noch unbekannte Vietnam.

Doch dorthin zu kommen erweist sich als kraeftezehrende Angelegenheit. Erst vor Kurzem wurde der Grenzuebergang geoeffnet und eine befestigte Strasse existiert auf den letzten 70 Kilometern bis zum Uebergang nicht mehr. Dafuer finden sich umso mehr Berge, die rumpelnd bezwungen werden wollen. Fuer die 100km des letzten Laos-Tages brauchen wir 11 Stunden und jede Menge Kekse. Nach 2000 Hoehenmetern erreichen wir den hoechsten Punkt und damit die Grenzstationen. Da wir die einzigen Menschen weit und breit sind, gestaltet sich der Uebertritt recht unproblematisch, wenn auch nicht ganz so schnell wie erhofft, da sich jeder uniformierte Vietnamese, und das sind viele, auf uns stuerzt, um unsere Papiere zu ueberpruefen oder uns, in aller Heimlichkeit, fuer einen schlechten Kurs (fuer uns) Geld tauschen zu wollen. Computer scheint es hier auch nicht zu geben – so werden unsere Angaben im ersten Amtszimmer von einem Mann in gruener Uniform fein saeuberlich per Hand in ein riesiges Buch eingetragen, im zweiten Zimmer wiederholt sich die Prozedur – nur ist die Uniform des Beamten diesmal blau. Vorbei geht es an einer riesigen Statue Ho Chi Minhs und wir sind in Vietnam. Langsam wird es dunkel, unsere kleinen Kopflampen werfen einen klaeglichen Schimmer auf den schlechten Asphalt, neben uns donnern die Sprengungen in den Steinbruechen und endlich geht es bergab, runter, weg vom Berg. Ausgehungert, ausgekuehlt und erschoepft erreichen wir Dien Bien Puh. Es lebe die vietnamesische Nudelsuppe!!!

Silvester in Vang Vieng

Muang Kuah

 

 

Read Full Post »

Staub in den Augen, Staub auf der Zunge, Staub im Haar. Ganz offensichtlich naehern wir uns Bangkok. Und ploetzlich sind wir da. Lange als weit entferntes Etappenziel im Kopf, sind wir nun mittendrin im erstaunlich gesitteten Verkehr des Grossstadtdschungels. Nach zwei schlaflosen Naechten in einem der zahllosen Backpacker-Party-Hotels, ganz nah der beruehmt-beruechtigten KaoSan Rd.,  fanden wir im Gewirr kleiner Gassen unseren “Ort der Ruhe” bei einer Thai-Familie, die Teile ihres Zuhauses an Gaeste vemietet, diese auch bekocht und sich bei Bedarf um die Waesche kuemmert. Ganz wichtig fuer uns: Den ganzen Tag lang weht frischer Kaffeeduft durchs Haus! Jeden Morgen werden wir von Frau Ellen begruesst, einer ruestigen Deutschen Anfang 70, die seit 15 Jahren durch Asien strolcht und keinen einzigen Gedanken an eine Rueckkehr in die alte Heimat verschwendet.

Die Zeit in Bangkok ist erholsam und anstrengend zugleich. Immer ist etwas zu tun oder zu erledigen, die Busfahrten quer durch die Stadt dauern ewig, die Luft ist schlecht. Wir besorgen Visas fuer die naechsten Reiselaender (Kambodscha, Laos und Vietnam), verfallen einem geplanten Kaufrausch und kuemmern uns um die Bikes. Ein neues Vorderrad fuer mich reisst ein kleines, ungewolltes Loch in die Reisekasse, sieht aber schoen aus. Neue Reifen und Schlaueche bekommen wir von Schwalbe direkt aus Deutschland geschickt – nachdem wir von ihnen ins Testfahrer-Programm aufgenommen worden sind, kostet uns das auch keinen mueden Pfennig.

Ein wenig tempelmuede verzichten wir weitgehend auf deren Besichtigungen und widmen uns lieber den bunten Maerkten, dem Essen und leiblichen Wohlergehen bei Massage, Sauna und Badespass. Das wir dies nicht allein unternehmen mussten, liegt an dem gluecklichen Umstand, dass sich der Weg unsere Freunde Gab und Kyoko (www.worldtripkyokogab.blogspot.com) wieder einmal mit dem Unseren kreuzte. Mit den beiden Frohnaturen vergeht die Zeit wie im Flug und nach zwei Wochen faellt der Startschuss fuer die naechste Etappe mit Hauptziel Hanoi.

Einen Radtag noerdlich von Bangkok treffen wir in der alten Koenigsstadt Ayutthaya auf Ela und Tobi (www.cycletogether.de) aus Dresden. Die beiden sind seit 14 Monaten unterwegs, zu unserem Leidwesen definitiv in die falsche Richtung! Aber sie haben viele schoene Dinge dabei, die sie durch die Steppen Kasachstans und ueber die Berge Tibets gebuckelt haben, nur um sie uns jetzt als Dauerleihgabe zu ueberlassen. So wechseln Landkarten, Ersatzteile, ein Handtuch (habe meins verschludert) und sogar eine echte Fleecejacke die Besitzer. Dank euch beiden! Nach zwei Tagen Tempel-Guggen, Info-Austausch und Fachsimpeln ist Schluss mit lustig. Abschied und Abfahrt! Und was fuer eine. Ganz ploetzlich haben wir es eilig. Das Visum fuer Thailand laeuft aus und die kambodschanische Grenze ist noch fern… Hurra, wir fliegen! Schoen waers. Der Wind meint es nicht gut mit uns, die Sonne entfaltet ihre ganze Pracht und versucht uns mit knappen +50C, ganz ohne Schatten, auf einer schnurgeraden, aber super asphaltierten Strasse, in die Knie zu zwingen. Da hilft auch das nasse Kopftuch nicht mehr viel. Um den staendig roten Haelsen ein wenig Linderung zu verschaffen, fahren wir mit den aus dem OP hinreichend bekannten Masken, der “Gesichts-Sauna” umher. Fehlt nur noch der passende Kittel und das Skalpell….. Angekommen sind wir trotzdem. Morgen gehts, wenn alles klappt, ueber die Grenze und dann koennen wir ja wieder bummeln…

Bangkoks Vorortidylle

Read Full Post »

In den letzten Wochen sind wir gut vorangekommen. Thailand verengt sich, eingeklemmt  zwischen Myanmar (Burma) und dem Meer, auf wenige Kilometer und zusammen mit jeder Menge motorisiertem Verkehr werden wir auf der Nationalstrasse durch diesen Flaschenhals gepresst. Den Rest des Weges verbringen wir damit, moegliche Nebenstrassen zu suchen, teilweise auch zu  finden, auf denen wir den Abgaswolken und dem Laerm, dem Staub und der Eintoenigkeit des schnurgeraden, achtspurigen Teerbandes entkommen koennen. Gleich drei Stationen auf dem Weg nach Bangkok sind erwaehnenswert: Chumphon, Prachuap Khiri Khan und Petchaburi. Orte, welche erstmal nicht vielversprechend klingen und auch in den Reisefuehrern nicht vollmundig in den Himmel gehoben werden… Eine vielversprechende Ausgangssituation also.

Chumphon haelt uns fuer eine Woche fest. Schuld daran sind vor allem Puh und seine Frau Ting, zwei Thailaender, die das oertliche Lederwarengeschaeft fuehren und mit denen wir uns schnell angefreundet haben. Als wir uns endlich dazu durchgerungen haben, weiterzufahren, kommt Ting mit einem Angebot daher, welches wir schlicht und ergreifend nicht ablehnen koennen: Sie laedt uns zu ihrer Familie in den gruenen Huegeln, 45 Autominuten suedlich von Chumphon, ein. Bei den Grosseltern trifft sich ein grosser Teil der Familie, um am naechsten Morgen im oertlichen Tempel den einmal im Jahr stattfindenden ROBENWECHSEL der buddhistischen Moenche zu feiern. Jede Familie schmueckt dazu einen kuenstlichen Baum mit Geld, welches als Jahres-Spende fuer den Unterhalt des Tempels dient.

Wir werden in der Familie mit einer Selbstverstaendlichkeit willkommen geheissen und bewirtet, als waeren wir zu meinen Grosseltern gefahren. Die Eltern und Grosseltern besitzen jeweils einige Hektar Land, auf welchem Oelpalmen und Durian, Ananas und Papaya, Kokosnuesse, Kaffee und Bananen angebaut werden. Vor dem Abendessen gehen wir eine Runde ums Haus und pfluecken hier und da etwas, was ich eher als  ueppig gedeihendes Unkraut identifiziert haette. Das Ganze wird anschliessend zu einem leckeren Essen verarbeitet, zu dem neben den Familienmitgliedern auch noch Freunde und Nachbarn eintreffen. Der Abend vergeht mit dem Anschauen von Fotos und dem Besichtigen der Nachbarhaeuser schnell und es wird Zeit zum Schlafen.

Der hohe Feiertag im Tempel beginnt mit einem riesigen kostenlosen Buffett. Jede Familie bringt Essen mit und dann wird kraeftig zugelangt! Die Energie brauche ich auch, wurde ich doch fuer den ehrenvollen Posten des „Geldbaum-um-den-Tempel-Traegers“ ausgewaehlt. Das heisst, die riesige Menschenmenge schiebt sich zu droehnender Musik bei unertraeglicher Hitze mehrmals um den Tempel herum, wer genug Platz hat, weiblich und ueber 60 ist, tanzt dazu. Die Geldbaumtraeger muessen wahrend dessen versuchen, die Arme mit dem immer schwerer werdenden Baeumchen steil nach oben zu halten und freundlich zu laecheln! Der anschliessende Festgottesdienst ist eine neue Erfahrung fuer uns. Wir knien auf dem Boden und sind ganz fasziniert von der fremdartigen Liturgie. Bei aller Feierlichkeit, ist die Atmosphaere sehr froehlich und ungezwungen. Die Moenche erhalten ihre neuen, orangefarbenen Gewaender, welche sie nun fuer ein Jahr tragen werden. Von draussen dringen die Geraeusche der Verkaufer, Schiessbuden, der spielenden Kinder und  gut besuchten Staende mit den Suessigkeiten herein…

Die naechste Nacht verbringen wir auf der Farm von Tings Eltern, besuchen vorher noch diverse Verwandtschaftsgrade in der naeheren Umgebung – alles Onkel und Tanten, die Kampfhaehne zuechten, Gummibaeume anbauen oder einfach nur super mit dem Katapult umgehen koennen…

Wir sind nun doch noch davon gekommen. Auf dem weiteren Weg blaest uns der Wind kraeftig ins Gesicht. Mehrtaegige Besuche statten wir noch dem Staedtchen Prachuap Khiri Khan mit seinen vielen Affen, der super Lage am Meer und einem der wohl besten Gasthaeuser unserer bisherigen Reise (Maggies Guesthouse) ab. Mit Martin, dem Besitzer, und den einzigen Gaesten, Fabian und Barbara aus Deutschland, verbringen wir sehr entspannte Tage.

Die Stadt mit sagenhaft vielen und unglaublich schoenen Tempeln ist Petchaburi. Auch hier begegnen wir einer sehr ueberschaubaren Menge an auslaendischen Besuchern und geniessen unseren „Kulturtag“. Tagsueber lachen wir mit den Moenchen und interessieren uns fuer die Architektur vergangener Zeiten, nachts duerfen wir uns fuer ein paar Euro unter einen hellblauen Filzteppich kuscheln – einem ausgetrockneten Scheuerlappen nicht unaehnlich…

Dramatisches Petchaburi

Geld um den Tempel tragen

Read Full Post »

Ich habe den Versuch unternommen, ein Instrument, bestimmt zur “Bestrafung mit Zeugungsunfaehigkeit”, in eine komfortable Sitzgelegenheit umzuwandeln. Alles was man dazu braucht: Einen thailaendischen Lederspezialisten, einen daenischen Rentner, eine Werft und eine Flasche Whisky. Der Versuch ist teilweise geglueckt, da die Taubheitsgefuehle an besonders sensiblen Stellen geschwunden sind. Was bleibt, ist das Druck-Problem auf den Sitzhoeckern. Dazu das daenische Sprichwort: “Alte Kuh gibt hartes Leder.” Prost!

so von weiter weg

Read Full Post »

Wir schreiben den 16.Oktober 2009. Um 3.30 in der Frueh klingelt der Wecker. Es ist dunkel und kalt in Deutschland. Abschied – gute Wuensche und Traenen. Die grosse Reise beginnt. Der Schnee gibt sein erstes Stelldichein…

.. Ein Jahr spaeter sitzen wir ganz entspannt in unseren Saetteln. Ausgeschlafen und mit gefuelltem Magen. Wir geniessen die Sonne, die Landschaft und blicken zurueck auf ein tadelloses Jahr voller neuer Eindruecke und Erlebnisse, neuer Bekanntschaften und neuen Sehnsuechten  – voller Hoehen und sehr wenigen Tiefen. Ein traumhaftes Jahr – so unwirklich und doch wahr. So lang und doch so kurz. Wir sind froh, den Schritt gemacht zu haben, geniessen die Zeit – denn wir wissen, dass es irgendwann zu Ende ist…

Wir pausieren in Ranong, im suedlichen Teil Thailands – in unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich die Suedspitze Myanmars/Burmas. Wir naehern uns langsam, aber bestaendig, Bangkok.

Thailand ist eine Offenbarung. An der Grenze werden wir mit offenen Armen empfangen, bekommen von den Zoellnern buendelweise Fruechte auf die Raeder gepackt und werden mit den besten Wuenschen ins Land des Laechelns entlassen. Die Landschaft praesentiert sich von der besten Seite. Wie im Hochglanzprospekt stehen sie da – die spitzen Felsnadeln inmitten tuerkisfarbenen Wassers oder saftig-gruenen Regenwaldes. Eine gleissende Sonne sticht aus dem azurblauen Himmel und giesst gewohnte Hitze ueber die atemberaubende Kulisse. Die ersten Staedtchen entlocken uns Freudenrufe ob des reichhaltigen Nahrungsangebotes – alles, alles und noch viel mehr. Ungeahnte Geschmackswelten tun sich hier auf, Kombinationen, so tollkuehn, dass man sie sich im Traum nicht ausdenken mag, und Schaerfegrade, die an Koerperverletzung grenzen.

Und Essen kann man ueberall und jederzeit. Es scheint auch eine der Lieblingsbeschaeftigungen der Thais zu sein – kochen und essen, ach und lautstark fernsehen. Am besten alles gleichzeitig. In den lokalen Nachrichten wird von einem Schwein berichtet, welches keine Hinterbeine hat. Somit laeuft es also folgerichtig nur auf den vorderen. Sieht lustig aus…

Wir platzen mitten hinein, in die Woche des Vegetarier-Festivals – der chinesisch-staemmige Teil der Bevoelkerung kleidet sich in Weiss, die meisten Garkuechen praesentieren sich in rot-gelb – Symbolfarben der Vegetarier hier. Immer am Abend wird gefeiert, mit Feuerwerk und Boellern, Trommeln und monotonem Singsang – einige der Menschen muessen in ihrer Trance gestuetzt werden, andere bohren sich lange, metallene Staebe durch dafuer eher ungeeignet erscheinende Koerperstellen…

Und dann erwischt er uns doch noch – der Regen. Bisher sind wir fast gaenzlich davon verschont geblieben, aber nun sind wir mitten drin. Taeglich. Einzige Ausnahme der 16. Die Temperaturen sind gestuerzt – wir frieren nun bei 25 Grad und kaempfen gegen die ersten Anzeichen einer Erkaeltung.

Ansonsten geht es uns gut. Wir sind gluecklich. Wir sind unterwegs – ein gutes Gefuehl.

Gesangswettstreit

Vegetarier im Nebel

Read Full Post »